Schmierstoff ABC

    Die SAE international, ehemals SAE (Society of Automotive Engineers) als Vereinigung der Automobil-Ingenieure klassifiziert die Viskosität von Ölen bereits seit 1911. Einstufung der Kraftfahrzeug-Motoröle gemäß SAE J300, Kraftfahrzeug-Getriebeöle gemäß SAE J306 und Motoröle für Flugzeuge mit Kolbentriebwerken gemäß den SAE J1966 und J1899.

    Die Menge an Ölschaum, die unter festgelegten Bedingungen (Durchblasen von Luft) gebildet wird, zeigt die Schaumneigung eines Öles an, Bestimmung des Luftabscheidevermögens: DIN 51 381, Bestimmung des Schaumverhaltens: DIN E 51 566.

    Bestimmung des Schaumverhaltens von Schmierölen: DIN E 51 566.

    Zur Verbesserung des Viskositäts-Temperatur-Verhaltens werden Schmierölen, Hydraulikölen usw. Viskositätsindex-Verbesserer (öllösliche Polymere) zugegeben. Diese Polymermoleküle sind z.T. im Hochtemperaturbereich riesige Molekülgebilde (macro-Moleküle), die dann beim Einwirken von Scherkräften, wie sie in Getrieben oder Hydraulikanlagen vorkommen, ihre Molekülstruktur ändern bzw. auseinander brechen. Hierdurch tritt ein mehr oder weniger großer Viskositätsverlust auf. Prüfung der Scherstabilität: DIN 51 382, CEC L-14-A-88, L-25-A-78, L-37-T-85, L-45-T-92.

    Temperatur, bei der ein fester Körper bei Erwärmung in den flüssigen Aggregatzustand übergeht.

    sind konsistente Gemische aus Dickungsmitteln und Ölen, man unterscheidet:

    a) Metallseifen-Schmierfette (Kalk-, AI-, Ba-, Li-, Na-, Pb- und Komplexseifen-Schmierfette usw.) set-zen sich aus Fettsäuren und Laugen als Metallseifen (Dickungs- oder Ouellmittel) und Schmierölen zusammen, Metallseifen, Schmieröle und Herstellungsprozeß bestimmen die Struktur, Konsistenz, Gebrauchseigenschaft, Einsatzart usw.

    b) seifenfreie Schmierfette mit anorganischen Gelbildnern (Kieselgel, Silikagel, Bentonit usw.) oder organischen Dickungsmitteln (Polyethylen, Polypropylen, Polyharnstoffen usw.) und Schmierölen .

    c) synthetische Schmierfette, setzen sich aus organischen oder anorganischen Dickungsmitteln und Syntheseölen (Ester-, Silikon-, Polyglykol-, Polyphenyletherölen usw.) zusammen.

    Innerbetriebliche Schmieranweisung mit Wartungsangaben, Schmierstellenbezeichnung, Schmierstoffsorte, -menge, Intervalle, Maschinentype, Aggregat.

    vermindern Reibung und Verschleiß bei gleitendem oder rollendem Kontakt zweier sich aufeinander bewegender Punkte, Linien oder Flächen, nach der Beschaffenheit lassen sich flüssige, plastisch-feste, feste und gasförmige Schmierstoffe unterscheiden.

    Bauteil im Abgasstrom von Anlagen, Maschinen und Motoren, um die Stickoxid-Emissionen zu minimieren. Für die Reaktion wird Ammoniak (NH3) benötigt, in Fahrzeugen wird wässerige Harnstofflösung eingesetzt. Sehr selten kam es zur Kontamination des Motoröles durch Ammoniak, so dass heute der verbau eines SCR-Katalysators keinen Einfluss auf die Auslegung des Motoröles hat.

    Temperatur, bei der ein chemisch einheitlicher Stoff siedet. Hierbei tritt ein Übergang vom flüssigen in den gasförmigen Zustand ein.

    Mechanisch-dynamische Prüfung des Verhaltens von Wälzlagerfetten bei verschiedenen Temperaturen und Drehzahlen: DIN E 51 806 T 1 / T 2.

    Vorschriften für Schmier- und Kraftstoffe, in denen physikalische und chemische Eigenschaften und Prüfmethoden festgelegt sind. Bei einigen OEMs werden Schmierstoffe, die einer Spezifikation entsprechen, namentlich freigegeben.

    Bezeichnet Öle, die nach Durchlauf eines normalen Intervalls ohne betriebsbedingte Störungen als Gebrauchtöl in denselben SAE-Viskositätsklassen liegen, wie sie als Frischöl lagen. Gilt als Kriterium für Qualitäts-Schmierstoffe.

    Additive, die den Reibwert verändern und Getriebeölen und anderen Schmierstoffen zugegeben werden, um das Ruckgleiten (Stick-Slip) – z. B. bei Bettbahnen an Werkzeugmaschinen – bei sehr kleinen Gleitgeschwindigkeiten zu verhindern. Hierbei handelt es sich um sogenannte „Friction Modifyer“ oder FM-Additive.

    Die Temperatur, bei der ein abkühlendes Öl unter vorgeschriebenen Bedingungen gerade aufhört zu fließen, der Stockpunkt lässt nur bedingt einen Schluss auf das Kälteverhalten eines Öles in einer bestimmten Maschine zu.

    Schmierstoffe, die speziell für Anwendungsgebiete mit hohen Anforderungen entwickelt wurden. Einsatz bei besonderen Forderungen an Hochtemperaturverhalten, Tieftemperaturverhalten, Oxidationsbeständigkeit, Hochdruckstabilität, Viskosität-Temperatur-Verhalten, Biologische Abbaubarkeit, flexible Ölwechselintervalle usw. Synthetische Schmierstoffe können folgende Grundstoffe enthalten: Polyalkylenglykole, synthetische Kohlenwasserstoffe (z.B. Polyalphaolefine, Dialkylbenzole, Polyiso-butylene), Dicarbonsäure- und Polyol-Ester, Phosphorsäure-Ester, Silikone, Polyphenylether, Fluor-Kohlenwasserstoffe usw.. Bei Schmierstoffen für Endverbraucher-Märkte unterliegt der Begriff „synthetischer Schmierstoff“ einer festgelegten und rechtsverbindlichen Sprachregelung und darf nur bei Grundölen der API-Gruppe IV, V oder einer Mischung aus Beiden verwendet werden. Damit ist es exakt dem Begriff „vollsynthetischem Schmierstoff“ gleichgestellt.